Roadtrip in Norwegen: von Bergen über Odda nach Oslo!

Hei Hei Norwegen – dort wo man die Trolle nachts murmeln hört und sich hinter Bergnebel ein Fjord schöner als der andere versteckt, dort wollte ich unbedingt Urlaub machen!

Gebucht, getan.

Ab nach Bergen!

Anfang Juli startete mein Flieger nach Bergen und nachdem das Flugzeug durch die Wolken flog, konnte man schon die ersten Berglandschaften und Krater mit Fjord an Fjord und Wasser erkennen. Eigentlich war ich jetzt schon begeistert!

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Das Wetter an der Ankunft hätte tatsächlich besser nicht sein können und ich kann auch nur wärmstens empfehlen Bergen und Umland zwischen Juni und August zu besuchen. Die schöne Kleinstadt an der Küste im Südwesten Norwegens verzeichnet im Juni oft bis zu 25 Regentagen – Regenjacke einpacken! Daran schuld sind gewissermaßen die sieben Berge rund um Kern und Küste, welche auch namensgebend für die Hansestadt sind. Den Regen zu umgehen ist mit sehr viel Glück verbunden, doch die höchste Wahrscheinlichkeit hierfür ist auf jeden Fall in den genannten drei Sommermonaten. Außerhalb dieser Saison kann man oft das Pech haben keinen Sonnenstrahl zu sehen da die Wolkendecke zu dicht ist und die Tageszeit zwischen Oktober und April doch deutlich verkürzt ist.

Die schöne Bergkulisse rund um die Stadt lässt sich für Sportliche zu Fuß erkunden und bietet viele schöne Wanderwege. Komfortabler geht es mit der Fløibanen von der Stadtstation im Tal in nur sieben Minuten auf die Bergstation in 320 Metern Höhe (ca. 6 Euro). Die Aussicht ist es wirklich wert den Aufstieg auf sich zunehmen und der Sonnenuntergang von hier oben absolut einzigartig. Man sollte damit rechnen, dass es gerade im Sommer erst sehr spät beginnt zu dämmern und man frühestens gegen 11:00 Uhr mit den ersten Strahlen der goldenen Stunden rechnen kann.

Dafür hält der Sonnenuntergang mindestens doppelt so lange an als in unseren Breiten und eignet sich perfekt für eine kleine Abendwanderung in den Höhen. Sehr anstrengend ist die Route über die Stoltzekleiven zum Sandviksen – der beliebte Aussichtspunkt ist jedoch auch über eine weitere Route von der Bergstation zu erreichen. Diese ist zwar weniger anstrengend, doch deutlich länger (gute sechs Stunden hin und zurück) und sollte nur mit entsprechender Ausrüstung und Taschenlampen unternommen werden. Im letzten Stück muss auch hier ein wenig geklettert werden. Anfänger haben jedoch genügend Möglichkeiten die anderen Routen über die Bergketten auszukundschaften. Der Abstieg von der Bergstation zu Fuß dauert ca. eine Stunde, ist aber nicht besonders steil. Hierbei durchläuft man gegen Ende einen der schickeren Teile Bergens, Fjellet Nord – eine eher noble Holzhaussiedlung, aber wirklich hübsch am Ende des Tages.

Was einem in Bergen sofort ins Auge sticht ist das Hanseviertel Bryggen, den ehemaligen Handelskontoren direkt an der Hafenbucht am Fischmarkt der Innenstadt. Die nydeligen („schönen“) bunten Holzhäuser leuchten wie in den Farbtopf gefallen auch bei schlechtem Wetter und finden sich mittlerweile sogar auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Viel schöner als direkt davor zu stehen ist es jedoch, die Häuserfront von der anderen Seite der Hafenbucht zu bestaunen.

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An die Hafenbucht schließt sich direkt der große Fischmarkt an, auf dem täglich frisch zubereitete und noch lebende Meerestiere ausgestellt und verkauft werden. Die Qualität stimmt hier hundertprozentig, der Preis lässt einen jedoch stocken. Alternativ kann ich eher dazu raten in den kleinen Gassen in und um die Skostredet in gemütlichen Cafés etwas essen zu gehen, da sich hier viele Studenten und junge Leute tummeln. Abends liegt hier bei schönem Wetter richtiges Festivalfeeling in der Luft, mit Outdoorbars, privat aufgebauten Grills oder Kochstellen und Livemusik oder elektronische Beats von diversen Djs. Streetart kommt in diesem Teil der Stadt auch nicht zu kurz – Augen offen halten nach Graffitis und Leuchtinstallationen lohnt sich hier also. Kleine Kunstgallerien (z.B. Raging Dreams) und offene Handwerkerateliers findet man z.B. im Sparebanksgaten um die Ecke.

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Und über Odda ging es dann weiter nach Oslo! Welche tolle Wanderung ich in Odda gemacht habe und viele Bilder der norwegischen Landschaft findet ihr hier.

Der Abschluss unserer Rundreise sollte dann also noch die Hauptstadt Oslo sein, welche übrigens im norwegischen eher als „Uslu“ ausgesprochen wird. In den meisten Reiseführern wird für Oslo meist die Nationalgallery empfohlen in der sich Edvard Munchs „der Schrei“ befindet, die Festung Akershus oder das Rathaus in dem der Friedensnobelpreis verliehen wird. Alles schön und gut, jedoch zog es mich eher nach Grünerløkka!

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Das junge Studentenviertel hat neben zahlreichen schnuckeligen Cafés und Bars vor allem noch eine ganze Menge an Graffiti und Flohmarktkultur zu bieten. Dafür sollte man am besten die Straße Brenneriveien, Ingens gate und angrenzende Wege besuchen, einen guten Fotoapparat mitnehmen und etwa eine Stunde Zeit haben. Die Gegend ist über und über gesprayed und an jeder Ecke sitzen kleine Figuren oder verstecken sich in engen Gassen weitere Kunstwerke wie bemalter Schrott. Sonntags findet hier außerdem der Søndagsmarked på Blå statt und wird man auf diesem Flohmarkt nicht fündig, so kann man gemütlich weiter zum Birkelundenmarked in Parkatmosphäre ziehen.

Anschließend liegen nicht so weit entfernt die beiden Straßen Damstredet und Telthusbakken in denen wieder die typische Holzhauskultur bestaunt werden kann. Die Gassen sind wirklich hübsch und durch die Lage ganz gut in die Tour mit einzubinden.

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Kulinarisch fancy ist auf jeden Fall Vippa Oslo, eine Art täglicher Streetfoodcourt in der Nähe des Hafens. Viele Stände mit Gerichten aus aller Welt sind hier ausgestellt und man kann mit Meerblick sowohl Burger als auch Fisch, Nudelbox, Gebäck oder Pizza verzehren. Danach lädt der Hafen noch zu einem schönen Abendspaziergang ein, den man auf dem Dach der Oper beenden und den Sonnenuntergang genießen kann. Ebenfalls in der Nähe liegt das architektonische Projekt Barcode Oslo, welches aus zwölf schmalen Hochhäusern mit jeweils nur wenig Platz dazwischen besteht, die gemeinsam einen Barcodeumriss aus der Ferne bilden. Besonders bei guten Wetter und Sonnenstrahlen leuchten die verspiegelten Oberflächen in unterschiedlichen Farben und bringen ein wenig Großstadtflair in die norwegische Hafenstadt, mit der wir unsere Norwegen Tour fürs Erste beenden mussten.

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Für mich steht fest „Norge er vakkert!“ – Norwegen ist wunderschön! Und hat mich auch wieder daran erinnert, dass man für manche großartigen Erinnerungen gar nicht weit wegfliegen muss. Falls ihr noch mehr Tipps für Oslo braucht schaut doch mal auf dem tollen Blog von When in my heart vorbei. Sie war kürzlich auch in Oslo und hat auch noch ein paar tolle Tipps 🙂

Allgemeine Norwegen Tipps:

  1. Mehr auf Landschaft setzen, weniger auf Stadt – Für sowohl Bergen als auch für Oslo reichen locker je 1-2 Tage, die norwegische Landschaft hat sehr viel mehr zu bieten als Städtetrips!
  2. Nicht unnötig viel Geld umtauschen – die Norweger zahlen alles mit Karte. Eine Kreditkarte reicht völlig aus.
  3. Sprachführer sind nicht nötig – jeder kann perfektes Englisch oder sogar Deutsch.
  4. Viel im Voraus reservieren und buchen – Unterkünfte, Mietwagen/Sprit, geführte Touren liegen weit außerhalb deutscher Preisrahmen. Am günstigsten kauft man Lebensmittel bei Rema 1000 ein
  5. Tickets für Bus und Bahn können oft nicht in den Fahrzeugen selbst gekauft werden – Verkaufsstellen sind aber z.B. 7-Eleven und Narvesen
  6. Ganz viel Süßkram essen! Vor allem Skolebrød ist typisch norwegisch (und soooo lecker…)

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Hej! Mein Name ist Sima, ich bin 24 Jahre alt und ich durfte dieses Jahr im Zuge meines Studiums an einem Praktikum in Stockholm teilnehmen. Normalerweise bin ich viel lieber in wärmeren Ländern unterwegs, doch in dieser Zeit lernte ich Schwedens schönste Seiten kennen und habe die Skandinavischen Ländern seither fest ins Herz geschlossen – die nächste Reise in den Norden steht schon dick auf der Bucket List.
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Hallo und Willkommen auf meinem Reiseblog! Mein Name ist Vany und ich reise leidenschaftlich gerne. Egal ob Wanderurlaub in der Heimat oder Actionurlaub bei einer Fernreise - ich bin am liebsten immer unterwegs. Wie ich mein Reisefieber in eine 40 Stundenwoche packe, das zeige ich euch auf meinem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

9 thoughts on “Roadtrip in Norwegen: von Bergen über Odda nach Oslo!

  1. Hallo!
    Ich will auch unbedingt einmal nach Norwegen. Vor allem nach Bergen! Alleine Die Berge direkt neben dem Meer und die schöne Natur kann ich mir nicht entgehen lassen. Danke für deine tollen Tipps und den umfassenden Beitrag! Mach weiter so!
    Liebe Grüße,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

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