Vany, wie war es eigentlich auf Kuba?

In nur einem Satz würde ich es so beschreiben: es war die schönste Reise, die ich bisher  gemacht habe. Kuba als Land ist total vielseitig und interessant, aber was mich am meisten berührt hat waren die Begegnungen mit den Menschen dort. Ich habe wirklich selten so viele scheinbar glückliche Menschen gesehen. Als ich nach zwei Wochen zurück kam, haben mich so viele Leute aus meinem Umfeld darauf angesprochen, dass ich eine sehr positive Ausstrahlung habe. Das war irgendwann so häufig, dass ich es dann nur noch die Kuba-Vibes genannt habe.

Die Kuba-Vibes waren bzw. sind noch immer wie mein kleiner Schatz, den ich gut behüte und ich möchte nicht, dass mir jemand dieses Gefühl kaputt macht. Natürlich ist es im Alltag immer etwas schwerer so sorglos und frei zu sein wie auf Reisen. Aber ich kam tatsächlich mit so viel positiver Energie zurück, so viel Inspiration durch die tollen Begegnungen mit den Kubanern und so vielen Ideen, wie ich genau das auch in meinen Alltag integrieren kann.

Aber warum war es denn jetzt eigentlich so schön?

Weil ich in der Natur richtig abschalten konnte

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Landschaftlich hat Kuba mich total begeistert. Die Natur hat mich immer wieder an Jurassic Park erinnert. Wir waren sehr viel draußen unterwegs, egal ob Reiten in Viñales oder eine Wanderung in Trinidad, ein Besuch im Nationalpark bei Playa Larga – wir haben die Zeit gut genutzt. Ich hätte auch irgendwie nicht gedacht, dass Kuba noch SO viel mehr zu bieten hat als „nur“ schöne Strände. Vor meiner Reise habe ich immer wieder Negatives über das Land gehört, aber genau deshalb ist es ja auch wichtig, dass man sich sein eigenes Bild macht. Und der Mix unserer Route war ideal für mich, denn lange halte ich es in einer Stadt nicht aus. Somit haben wir sehr viel Natur gesehen, dazu gehört natürlich auch der wunderschöne Strand bei Playa Larga, den ich sehr empfehlen kann.

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Viñales gehört definitiv zu meinen Highlights auf Kuba

Weil ich mich in das Lebensgefühl „Havanna“ verliebt habe

Das Stadtbild von Havanna würde ich jetzt eher als heruntergekommen beschreiben. Und trotzdem gehört die Hauptstadt Kubas nun zu meinen Lieblingsstädten, einfach weil Havanna für mich nicht nur eine Stadt ist, sondern ein ganzes Lebensgefühl verkörpert. Ein Lebensgefühl von Freude, Spaß am Leben und Liebe. Wir haben etwas außerhalb von Old Havanna gewohnt, also etwas außerhalb der Touristenhochburg. Und ich würde schon sagen, dass wir das richtige Havanna kennen gelernt haben und viel gesehen haben. Die Menschen sind alle so freundlich. Uns kamen teilweise Menschen singend und tanzend auf der Straße entgegen, die einfach Spaß am Leben hatten. Nicht nur abends am Malecon entlang sieht man sie, denn eigentlich sind sie überall, wenn man genau hinsieht: verliebte Pärchen, die sich küssen und ihr Glück zeigen. Und was mir auch sehr positiv aufgefallen ist, sind die Frauen aus Kuba, speziell Havanna. Egal welche Figur, sie alle tragen figurbetonte Kleidung und zeigen ihre Weiblichkeit. Sie schienen mir alle unglaublich selbstbewusst und das Hinterherpfeifen der Männer bestätigte das ja auch. Ist das nicht toll? Diese positve Ausstrahlung steckt einfach total an und natürlich feiert man das Leben dann auch selbst. So langsam versteht ihr die Kuba-Vibes oder?

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Guten Morgen Havanna ❤
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Touri-Modus ON auf dem Plaza de la Revolucion

Weil ich die Zeit mit einem ganz besonderen Menschen verbringen durfte

Shoutout an dieser Stelle an meine Cousine, die sich als bester Travelbuddy überhaupt entpuppt hat. Wir kennen uns schon seitdem ich denken kann, sind zusammen aufgewachsen, aber waren bisher immer nur gemeinsam mit der Familie im Urlaub. Im Frühjahr letzten Jahres haben wir uns dann dazu entschieden gemeinsam nach Kuba zu fliegen. Ich hatte eigentlich nie Bedenken, aber trotzdem habe ich dieses Mal wieder etwas dadurch gelernt: dass ich keine Kompromisse mehr eingehe, was meine Reisepartner angeht. Wenn ich nicht davon überzeugt bin, dass es richtig gut passt, dann gehe ich lieber alleine los (alleine reisen steht ja sowieso schon so lange auf meiner Bucket List). Kompromisse sind immer wichtig, aber ist es nicht schöner, wenn man immer auf der selben Wellenlänge ist? Und es war schön immer ein Teil der Familie bei mir zu haben.

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Weil ich von der Lebenseinstellung der Kubaner unglaublich viel gelernt habe

Wie ich schon erwähnt habe, waren die Begegnungen mit den Einheimischen dieses Mal mein absolutes Highlight. Wir haben ausschließlich in Casas particulares übernachtet und hatten dementsprechend auch viel Kontakt zu den Locals. Oft haben wir dort auch zu Abend gegessen und so manch ein Gastgeber hat sich noch Zeit für uns genommen, sich dazu gesetzt und vom kubanischen Leben bzw. auch von der eigenen Lebensgeschichte erzählt. Das war wirklich total interessant und ich habe aus diesen Gesprächen nicht nur unglaublich viel über das Leben in Kuba, die kubanische Geschichte und deren Kultur kennen gelernt, sondern viel wichtiger: so viele Dinge über das Leben. In Viñales haben wir beispielsweise auch lange mit unserer Vermieterein gesprochen, die sich an einem Abend noch zu uns setzte. Ihre Worte klingen bei mir bis heute nach. Um es kurz zusammen zu fassen: Sie erzählte uns davon, wie wenig ihre Familie eigentlich besitzt und wie glücklich sie dennoch sind. Sie strahlte dabei so viel Dankbarkeit und Glück aus. Sie sagte zu uns, dass sie einfach glücklich ist mit dem was sie habe und froh ist in einem Land wie Kuba zu leben, in dem es kostenlose medizinische Versorgung gibt und auch für die Schulbildung der Kinder gesorgt wird.

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„Was bringt mir ein teures Auto als Statussymbol, wenn ich oder meine Familie krank sind. Ich habe doch lieber zwei gesunde Beine und fahre dann mit dem Fahrrad“. Sie sehe diese Dinge nicht als selbstverständlich an. Außerdem erzählte sie uns auch von einem Sturm, nachdem sie ohne nichts da standen und sich alles wieder selbst aufgebaut haben und dass sie stolz auf ihre Familie und deren Zusammenhalt ist. Und so eine Einstellung zum Leben hatten fast alle Menschen dort, mit denen wir intensiver gesprochen haben. In allem wird etwas Positives gesehen. Vielleicht habt ihr es euch beim Lesen schon gedacht – zumindest haben zu Hause viele gleich dieses Thema angesprochen, wenn ich von den Geschichten der Kubaner erzählt habe: ich rede vom Minimalismus. Die Menschen dort haben nur wenig und sind trotzdem so zufrieden und strahlen so viel Freude aus. Dagegen steht unsere Konsumgesellschaft, in der man immer mehr und mehr will, anstatt einfach dankbar zu sein für das was man schon hat. Ein Beispiel: als wir im Örtchen Playa Larga waren (vier Tage) ging mein Duschgel aus. Ich habe einen Supermarkt gesucht, aber es gab dort nur eine kleine Scheune, in der ein paar Sachen verkauft wurden. Außerdem gab es auch noch drei kleine Kioske. Und nirgends habe ich Duschgel gefunden – sie wollten mir alles geben: Seife, Spülmittel (?), Shampoo, aber sie hatten einfach kein Duschgel da. Wir zu Hause haben einen Edeka, Rewe, Lidl, Aldi um die Ecke und noch so viele weitere Möglichkeiten Dinge einzukaufen. Und wenn wir dann einen Supermarkt betreten, dann haben wir nicht nur ein Duschgel zur Auswahl, sondern hunderte. Süßigkeiten waren in Playa Larga übrigens auch Mangelware und als wir dann ein richtiges Schokoladeneis gefunden haben, haben wir uns wie kleine Kinder gefreut. Ich habe dort wirklich wieder gelernt das Selbstverständliche hier in Deutschland zu schätzen zu wissen. Trotzdem möchte ich schauen in Zukunft auch nur noch das Nötigste einzukaufen und mich auch von vielen Gegenständen und Klamotten zu Hause zu trennen. Ich werde wahrscheinlich kein Minimalismus Experte, aber habe trotzdem vor mich ein wenig mit diesem Thema zu beschäftigen. Mein erstes Projekt im Januar: CAPSULE WARDROBE. Dazu bald mehr!

Weil ich zwei Wochen mein Handy nur eingeschränkt nutzen konnte

Eigentlich banal, aber es wäre falsch es hier nicht zu erwähnen. Denn ich glaube es hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich so eine schöne Zeit auf Kuba hatte. Auf Kuba gibt es noch kein mobiles Internet. Das heißt man muss öffentliche Plätze aufsuchen und kann dann dort das WLAN nutzen (wie das alles funktioniert, werde ich euch noch in einem seperaten Artikel erklären). Jedenfalls waren wir dann am Tag maximal eine Stunde online. Und hinzu kam noch, dass ich mein „richtiges“ Handy zu Hause gelassen habe und ein „Kubahandy“ mitgenommen habe, in dem genau die fünf wichtigsten Nummern eingespeichert waren. Und auch nur diese fünf Personen konnten mich kontaktieren. Keine WhatsApp-Gruppen, die mich manchmal komplett überfordern und auch sonst keinerlei negative Nachricht konnte mich erreichen, da ich mich davon abgeschirmt hatte. Abgeschirmt ist eigentlich ein gutes Wort, denn ich habe auch keine Nachrichten verfolgt, ich war zwei Wochen komplett in einer Blase und habe nichts davon gehört was schlechtes auf der Welt passiert. In Kuba habe ich mich immer sicher gefühlt und war ja nur mit positiven Menschen umgeben.

Eine Sache, die ich inzwischen sogar auch in meinen Alltag übernommen habe (ok, ich arbeite daran): ich schalte mein Handy in den Flugmodus und gebe mir „Handyzeiten“, damit ich nicht den ganzen Tag am Handy bin und auf WhatsApp rumschreibe. Das tut mir auch bisher wirklich gut.

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Mein Happy Place auf Kuba: Playa Larga!
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Vier Tage mit unglaublich vielen Hunden und einem wunderschönen Strand direkt vor der Haustür

All das hat dazu beigetragen, dass Kuba die schönste Zeit meines Lebens war. Das klingt vielleicht übertrieben, weil es ja nur zwei Wochen waren, aber ich meine das so. Ich habe viel über das Leben gelernt und dadurch, dass ich die ganze Zeit nur mit positiven Menschen umgeben war, war ich selbst die ganze Zeit gut drauf.

Viele Leute haben zu mir gesagt, dass Kuba ja durch seine Geschichte auch irgendwie noch ein bisschen hinterher ist. Durch solche Dinge wie das mobile Internet mag das ja bestimmt so sein. Und trotzdem denke ich, dass die Kubaner uns dort in vielen Dingen sogar ganz weit voraus sind. Themen wie Minimalismus und Selbstliebe werden bei uns gehypt und jeder will irgendwie mitmischen. Unbewusst leben die Kubaner den Minimalismus aber schon und auch das Modewort „Selbstliebe“ muss dort nicht ausgesprochen werden – die Kubaner tun es einfach. Und genau das möchte ich mir beibehalten – die Kuba-Vibes eben.

In den nächsten Wochen werdet ihr natürlich von mir mit vielen Tipps rund um Kuba versorgt. Mir war es nur wichtig auch die emotionale Seite meiner Reise nach Kuba mit euch zu teilen.

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28 Antworten auf “Vany, wie war es eigentlich auf Kuba?”

  1. Ich muss mal kurz mit einem Zitat aus dem Text beginnen: „Was bringt mir ein teures Auto als Statussymbol, wenn ich oder meine Familie krank sind. Ich habe doch lieber zwei gesunde Beine und fahre dann mit dem Fahrrad“. Sie sehe diese Dinge nicht als selbstverständlich an.

    Genau DAS ist es, auf Grund dieser Einstellung erhält man diese Lebensfreude und geht so durch’s Leben wie es die Frau beschrieben und du empfunden hast. Ich hab lustigerweise genau dazu erst gerade einen Artikel geschrieben zu einem Ereignis was mich extrem verändert hat reisetechnisch und auch allgemein wenn ich mir so das Leben und die ‚Problemchen‘ und Sorgen von manchen Menschen anschaue. Kuba steht jedenfalls schon sehr lange auf meiner to-do-.Liste und der Artikel bestätigt mir nur das ich da unbedingt mal hin muss. Danke für die tollen Bilder und Worte.

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  2. Ein toller Beitrag und wunderschöne Fotos die sehr viel Lebensgefühl von Kuba ausstrahlen!
    Kuba hatte ich als Reiseziel (ich reise eh nicht viel und weit bislang) nie auf dem Schirm, das hat sich jetzt jedoch komplett geändert. Vielen Dank.
    Je mehr ich Eure ganzen tollen Reiseberichte lese umso mehr weiß ich, wie viel ich von der Welt eigentlich noch sehen möchte!

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