Wie Dublin mein Herz im Sturm erobert hat… #alleinereisen

Gerade eben habe ich den Travel Guide mit fünf Tipps für Dublin zu Ende geschrieben und war wieder so drin in meinen Dublin-Vibes, dass ich mich kurzerhand dazu entschlossen habe, diesen Artikel hier zu schreiben. So als kleine Hommage an Dublin eben. Ich glaube jeder der dort war, wird verstehen wieso ich so angetan bin, von dieser wunderschönen Stadt an der Liffey. Es liegt ja auf der Hand, dass man Dublin mögen muss 😉 Und doch habe ich auch noch meine ganz eigenen und persönlichen Gründe wieso es mir diese Stadt so extrem angetan hat.

Das hier ist also kein klassischer Artikel mit Tipps für euch – nein, es wird mal wieder etwas persönlicher.

Es war meine erste Reise, die ich alleine gemacht habe… seit langem

Ich war schon mal alleine auf Reisen, allerdings weiß das fast keiner. Es ist nämlich schon eine ganze Weile her. 2012 wollte ich für fünf Monate nach Spanien – was ich aber abgebrochen habe, weil ich mich dem einfach nicht gewachsen fühlte. Es war lange Zeit nicht einfach für mich darüber zu sprechen. Ich habe mich häufig mit anderen verglichen („andere gehen ein Jahr nach Australien und kriegen kein Heimweh“) und deswegen lag dieser Vorwurf an mich selbst lange Zeit in mir („hättest du das mal lieber nicht abgebrochen“).

Seitdem hatte ich immer ein wenig Angst mich alleine auf Reisen zu begeben. Eigentlich nicht wirklich Angst vor der Reise an sich, sondern eher vor der Reaktion meiner Mitmenschen, die wissen, dass ich damals früher nach Hause gekommen bin. Ich habe immer das Gefühl, dass mir das keiner mehr zutraut – jetzt denke ich: so ein Quatsch. Das ist sechs Jahre her und Menschen ändern sich. Es war damals einfach nicht meine Zeit.

Jetzt kann man das nun wirklich nicht vergleichen: Zehn Tage und fünf Monate. Aber das Alleinsein in Dublin hat mir doch gezeigt, dass ich mich verändert habe und dass ich heute auch ganz gerne mal alleine bin und auch alleine sein kann. Und dass ich es mir auf jeden Fall zutraue, länger weg zu gehen (wie zum Beispiel beim Auslandssemester).

Ich konnte die Zeit so verbringen, wie ich es wollte: lesend oder auch, dass ich lange im Museum war und niemanden damit genervt habe. Ich saß an der Liffey mit einem Buch – und das mitten im Februar (es war so schönes Wetter) oder in meinem Lieblingsbüchercafé. Abends war ich schon früh wieder im Hostel, weil ich einfach keine Nachteule bin und ich mich durch niemanden gezwungen fühlen muss „feiern zu gehen, weil man ja in einer anderen Stadt ist“.  Ich bin so langweilig…und so unfassbar glücklich damit!

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Bücher, Bücher und noch mehr Bücher

Dublin ist für mich auch deswegen so eine spannende Stadt, weil es sich an jeder Ecke um große Schriftsteller und Literatur dreht. An meinem ersten Tag war ich im Dublin Writers Museum und konnte schon sehr viel über Dublins Autoren erfahren. Zu den bekanntesten Schriftsteller Dublins zählen Bram Stoker, Oscar Wilde, Jonathan Swift und  Samuel Beckett. Sie haben alle am Trinity College studiert, dem ich natürlich auch einen Besuch abstattete. Irgendwie hat es mich total beflügelt zu wissen, welche Werke hier geschrieben wurden. Zum Beispiel Dracula von Bram Stoiker – im Draculaschloss in Rumänien, war ich erst ein paar Monate zuvor. Natürlich bin ich keine Schriftstellerin, sondern Bloggerin, aber ich war in Dublin total motiviert und habe selbst sehr viel geschrieben. Ich bin mir sicher, dass es an diesem Umfeld lag. Und wenn ich schreibe, bin ich glücklich!

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„Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zu heilen.“ Oscar Wilde

 

Und wenn ich in Dublin nicht gerade geschrieben habe, dann habe ich gelesen. Das hat sich richtig gut angefühlt.

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Das hier war mein absoluter Happy Place in Dublin. Dort am Fenster habe ich oft gelesen, einen Tee getrunken und das Leben auf meine Weise genossen.

Pilotprojekt: „von unterwegs aus arbeiten“

Zugegeben: Dublin war für mich auch eine kleine Testversion, wie es bei mir funktioniert von unterwegs aus zu arbeiten. Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob ich mich auch außerhalb meiner eigenen vier Wände dazu aufraffen kann gewissenhaft zu arbeiten und die Aufgaben meiner Kunden zuverlässig abzuarbeiten. Und tatsächlich: es hat wunderbar geklappt. Weil ich meine Morgenroutine beibehalten habe. Ich bin trotz „Urlaub“ jeden Morgen früh aufgestanden und habe meine Sachen erledigt. Meistens habe ich von 06:00 Uhr bis 10:00 Uhr gearbeitet und hatte dann natürlich immer noch genügend Zeit um die Stadt zu erkunden. Nur einmal saß ich den ganzen Tag in einem Café und habe durchgearbeitet. Aber das war dann auch vollkommen in Ordnung für mich. Ich meine – ich habe mir ja Arbeit ausgesucht, die mir Spaß macht und wenn ich die dann auch noch in einem Café in einer so coolen Stadt wie Dublin ausführen kann…es gibt Schlimmeres 🙂

Und deswegen kann ich sagen: Pilotprojekt „von unterwegs aus arbeiten“ (mir fällt kein besserer Name ein) kann als erfolgreich verbucht werden. Ich freue mich schon auf viele weitere Reisen, die ich mit Arbeit verbinden kann!

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Von unterwegs aus arbeiten klappt super, wenn man noch genügend Zeit hat, die Stadt zu erkunden.

Ich habe mich ein Stückchen besser kennen gelernt

Wenn man alleine unterwegs ist, muss man zwangsläufig seine Komfortzone verlassen. Und das war in meinem Fall auch gut so. Ich habe festgestellt, dass man viel offener für seine Mitmenschen ist, wenn man alleine unterwegs ist. Man achtet viel mehr auf das Lächeln eines Fremden oder allgemein was in seinem Umfeld passiert. Als ich einen Ausflug zu den Cliffs of Moher gemacht habe, habe ich eine nette Frau in meinem Alter kennen gelernt, die ebenfalls alleine unterwegs war. Wir hatten einen super schönen Tag und haben noch zwei weitere tolle Tage gemeinsam in Dublin verbracht. Das wäre mir vielleicht nicht passiert, wenn ich mit einer Freundin dort gewesen wäre. Ich versuche mir dieses Bewusstsein, aber auch in den Alltag beizubehalten und mehr auf meine Mitmenschen zu achten. Man weiß nie, ob sich nicht vielleicht ein nettes Gespräch  ergeben kann. Eine Sache, die übrigens auch Lars Amend in seinem Buch „Why not?“ beschreibt: mehr auf Menschen zu gehen – es ist immer ein Gewinn durch die Erfahrung an sich!

In diesen paar Tagen habe ich auf jeden Fall gemerkt, was mir wichtig ist und was mich glücklich macht. Ich möchte in Zukunft öfters „Nein“ sagen, wenn ich mich zu irgendwas verpflichtet fühle, ich aber weiß, dass es mir eigentlich nicht gut tut.

Vielleicht habt ihr schon nach meinem letzten Kuba Artikel gemerkt, dass Reisen für mich auch oft etwas Emotionales ist. Ich liebe es diese Erfahrungen immer wieder zu machen und jedes Mal mit neuen Erkenntnissen und „Aha-Momenten“ im Gepäck nach Hause zu kommen. Und eins ist ganz klar: es war nicht das letzte Mal, dass ich alleine gereist bin.

Seid ihr auch manchmal alleine unterwegs? Wie hat es euch gefallen oder seid ihr lieber in der Gruppe oder zu zweit unterwegs? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Bis bald,

 

V.

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Hallo und Willkommen auf meinem Reiseblog! Mein Name ist Vany und ich reise leidenschaftlich gerne. Egal ob Wanderurlaub in der Heimat oder Actionurlaub bei einer Fernreise - ich bin am liebsten immer unterwegs. Wie ich mein Reisefieber in eine 40 Stundenwoche packe, das zeige ich euch auf meinem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

2 Antworten auf „Wie Dublin mein Herz im Sturm erobert hat… #alleinereisen

  1. Hallo Vany,

    ein schöner Beitrag, der mir gleich Lust auf Dublin gemacht hat! 😀

    Allein reisen, oh ja, das kann eine absolute Herausforderung sein bzw. war es auch für mich. Und meine erste allein-Reise ging nur nach Göttingen für ein Wochenende. Und trotzdem stand ich am Bahnhof – es war frühmorgens und ich war die einzige, die aus dem Zug ausgestiegen war… – und ich wollte am liebsten SOFORT zurück. Ich habe mir dann gesagt: hey, Du suchst Dir jetzt einen Bäcker, frühstückst gemütlich und dann siehst Du weiter. Und so habe ich mich durch die ersten Stunden gehangelt und letztendlich durch das Wochenende, das noch total schön wurde.

    Seitdem reise ich immer mal wieder alleine, einfach weil ich Spaß daran gefunden habe. Und dadurch habe ich auch gelernt, mit mir selber zurecht zu kommen. Was ich persönlich wichtig und schön finde. Aber jeder geht eben seinen eigenen Weg und das ist gut so.

    Viel Spaß weiter bei Deinen Reisen und ich freue mich auf weitere Beiträge
    liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Nicole,

      wahrscheinlich ist alleine Reisen einfach immer ein bisschen aufregend 🙂 Aber schön, dass du es dann durch gezogen hast. Ich freue mich auch schon auf meinen nächsten Solo-Trip 🙂

      Liebe Grüße

      Vany

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