Was macht gute Freundschaft eigentlich aus?

Als ich gestern Abend so nach Hause fahre, vom Geburtstag einer meiner besten Freundinnen, da denke ich: „wieso machen wir das eigentlich nicht öfters? So wie früher eben?“ Über zehn Jahre sind wir inzwischen befreundet. Es gab Höhen und Tiefen in unserer Freundschaft. Phasen, in denen wir von morgens bis abends aufeinander hockten und alles zusammen machten und Phasen, in denen wir uns manchmal wochenlang nicht gesehen haben.

Gestern in meinem Glücksgefühl dachte ich daran, dass es vielleicht Zeit wird Freundschaften einfach etwas realistischer zu sehen und das war der Grund für mich einen Blogartikel über Freundschaften zu schreiben und meine Gedanken mit euch zu teilen.

Was macht gute Freundschaft eigentlich aus?

Man muss Veränderung akzeptieren

Jetzt mal ehrlich – ich bin nicht mehr der gleiche Mensch wie noch vor fünf oder vor zehn Jahren. Genauso wenig sind es aber meine Freundinnen. Wir haben uns alle weiterentwickelt und das ist doch auch gut so. Manche von uns sind in ganz andere Richtungen gegangen und wieder andere arbeiten sogar im selben Betrieb. Ich glaube das Wichtigste ist einfach, dass man die Veränderung von Freunden jederzeit akzeptiert und auch unterstützt. Man sollte auch versuchen zu verstehen, warum sich ein Mensch vielleicht verändert hat. Da habe ich letztes Jahr eine intensive Erfahrung gemacht, aber auch daran kann eine Freundschaft wachsen – auch wenn man erstmal das Gefühl hat, hinten angestellt zu werden. Ein Gedanke der mir sehr dabei geholfen hat, ist dieser hier: „Such das Glück deines Freundes und nicht dein eigenes“. Es ist so wichtig, alles mal aus der Perspektive des Freundes zu sehen und sich auch mal hinten anzustellen, wenn dein Freund dadurch glücklich sein kann.

Es ist nicht immer alles rosig – und das ist okay!

Es gibt Zeiten, da hat man mehr Kontakt und es gibt Zeiten, da hat man das Gefühl man lebt sich etwas auseinander. Und früher hatte ich mit solchen Zeiten wirklich zu knabbern, weil ich mich immer gefragt habe: „was ist, wenn wir uns nie wieder zusammenraufen?“. Aber so weit ist es noch nie gekommen. Inzwischen denke ich sogar, dass auch das völlig normal ist: Mal unternimmt man mehr zusammen, mal weniger.

Ich bin auch davon überzeugt, dass man sich manchmal entfernen muss, um sich wieder näher kommen zu können. Es gibt Zeiten, da ist man ehrlicherweise auch einfach nur genervt von einander. Wir sind doch auch nur Menschen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die jahrelang miteinander befreundet sind und sich noch nie auf die Nerven gegangen sind. Das stimmt einfach nicht. Aber genau die Freunde, die mich vielleicht letzten Monat noch wegen einer Kleinigkeit genervt haben, kommen bei mir zu Hause vorbei, bedienen sich am Kühlschrank und fühlen sich wie zu Hause. Es renkt sich immer alles wieder ein!

Wir alle haben neben uns Mädels noch andere Freundschaften. Freunde, die man viel öfter sieht und mit denen man auch öfters etwas unternimmt. Wir stehen fast alle an einem ganz anderen Punkt in unserem Leben. Die erste von uns heiratet nächstes Jahr – im Gegensatz dazu stehe ich mit meinem neubegonnenen Studium und Weltreisepläne. Da ist es doch nichts verwerfliches auch andere Freundschaften zu haben, die vielleicht im selben Lebensabschnitt stehen wie wir und mit denen man solche Erlebnisse auch intensiv(er) teilen kann. Seien es Kolleginnen, Kommilitonen, andere Paare – völlig egal. Kollegen, die im selben Büro sitzen und unter dem gleichen Chef leiden, verstehen den Frust vielleicht einfach besser, als die beste Freundin, die zwar einfühlsam ist, aber die Situation nicht aus erster Hand kennt. GANZ NORMAL!

Jede von uns hat ihr eigenes Leben. In unserem Freundeskreis ist alles vertreten: wir leben in Beziehungen, sind viel auf Reisen, haben Hobbies, die wir intensiv verfolgen, bauen ein Haus, verfolgen Karrierepläne… Und das ist auch gut und wichtig so. Wir hätten uns doch sonst auch gar nichts zu erzählen, wenn wir nicht alle irgendein Ziel im Leben hätten.

Ehrlichkeit ist das A und O

Vor kurzem habe ich das Buch „Miracle Morning“ zu Ende gelesen. Als Zusatz gibt Hal Elrod den Tipp seine besten Freunde nach einem persönlichen Feedback zu fragen. Wo liegen die eigenen Stärken und Schwächen. Die Antworten von meinen Freundinnen waren sehr ehrlich und mit dem Feedback wusste ich genau, was ich ändern muss um eine bessere Freundin zu werden. Ehrlichkeit ist einfach immer wichtig, denn Freunde kennen uns meistens jahrelang und dadurch ziemlich gut. Auch, wenn mal etwas kommen mag, was man im ersten Moment nicht so empfindet: einfach mal darüber nachdenken.

So eine Freundschaft ist niemals etwas Selbstverständliches

Wenn du Menschen gefunden hast, die genau deinen Humor haben, dann lass sie nie wieder los. Unser Humor ist manchmal einfach drüber und das wissen wir auch. (Grüße gehen raus an Eileen & Claras Malaga Abschiedsparty).

Eine gute Freundschaft besteht aber nicht nur aus Humor und Spaß. Es geht natürlich auch darum, füreinander da zu sein und sich zu unterstützen. Bei meinen Freundinnen kann ich so sein wie ich wirklich bin. Ich muss mich nicht zurückhalten, ich kann dumme Sprüche raushauen – muss aber gleichzeitig auch nicht meine Tränen unterdrücken, wenn alles zu viel wird. Wir kennen uns so gut, dass keiner jemandem etwas krumm nimmt.

Ich bin so dankbar für unsere Freundschaft, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Neue Erlebnisse sind genauso wichtig wie „Weißt-du-noch-Momente“

Jedes Mal wenn wir einen Mädelsabend machen, kommt irgendwann der Moment, an dem alte Geschichten ausgepackt werden. Wir lachen über dieselben peinlichen und witzigen Dinge – immer und immer wieder. Die ganzen Insider und Klassiker kennt ihr ja selbst wahrscheinlich auch aus euren Freundschaften. Trotzdem ist es wichtig, auch immer wieder neue Erinnerungen zu schaffen. Einfach mal was Neues unternehmen, spontan sein – so entstehen wieder neue Geschichten für den nächsten „Weißt-du-noch-Moment“.

Meine Freundinnen sind meine Konstante

So richtig zusammen gekommen sind wir alle kurz vor unserem Realschulabschluss: das war 2008. Natürlich ist seitdem unglaublich viel passiert und wir sind zusammen erwachsen geworden. Der erste feste Freund und der erste richtige Liebeskummer. Und der zweite Liebeskummer, der dritte… Die Zeit, in der wir alle unseren Führerschein gemacht haben und endlich überall hinfahren konnten. Oder die Zeit, in der wir alle nach und nach von zu Hause ausgezogen sind und endlich unsere eigene Wohnung hatten. Manche von uns wohnen sogar heute noch zusammen. Gemeinsame Reisen wie zum Beispiel unser spontane Roadtrip an den Bodensee, bei dem wir im Auto geschlafen haben oder Auslandssemester und dazugehörige Besuche. Studienabschlüsse, abgeschlossene Ausbildungen, mein Entschluss einen Blog zu schreiben oder mit 26 Jahren noch zu studieren. Meine Freundinnen waren immer da. Manche sind nach Köln oder Augsburg gezogen und gehören trotzdem noch zu uns. Aber nicht nur die schönen Momente haben wir geteilt: wir haben uns gegenseitig beigestanden als sich unsere Eltern scheiden ließen. Wir haben Krankheiten gemeinsam überstanden, Autounfälle und wir standen uns bei Beerdigungen bei. Auch wenn wir uns wochenlang nicht sehen: in solchen Momenten weiß ich genau auf wen ich zählen kann.

Es kommen viele Menschen im Leben und es werden vielleicht auch nicht alle Freundschaften für immer halten. Aber meine Freundinnen sind wie eine Konstante für mich, weil sie mich bei jedem wichtigen Teil meines Lebens begleitet haben – und hoffentlich auch immer werden.

Es sind meine Mädels, denen ich Bescheid sagen will, wenn mir etwas tolles passiert ist – wie beispielsweise das Stipendium für Kanada. Aber genauso auch die Menschen, die kommen, wenn etwas nicht nach Plan läuft – mich wieder auffangen und einfach da sind.

Eileen, Lisa, Clara, Vane, Meike, Annika, Nini, Yana und Celiné – ihr werdet für immer mein harter Kern sein!

vanyvisits

Hallo und Willkommen auf meinem Reiseblog! Mein Name ist Vany und ich reise leidenschaftlich gerne. Egal ob Wanderurlaub in der Heimat oder Actionurlaub bei einer Fernreise - ich bin am liebsten immer unterwegs. Wie ich mein Reisefieber in eine 40 Stundenwoche packe, das zeige ich euch auf meinem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

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