Nein sagen: warum Abgrenzung wichtig für uns ist

Das Thema Selbstliebe ist auf Social Media in aller Munde. Ich habe das Gefühl, dass hier endlich ein Umdenken stattfindet und wir Mädels anfangen uns wirklich selbst zu akzeptieren. So ist es zumindest auch bei mir: ich bin zwar noch nicht zu 100 % mit mir im Reinen, aber es ist so viel besser als früher. Ich bin immer noch auf dem Weg dorthin und so viel sei gesagt: es ist eine spannende Reise.

Um sich selbst lieben zu können, muss man sich meiner Meinung nach auch richtig kennen lernen: was sind meine Bedürfnisse? Was mache ich gerne und was weniger gerne? Wo liegen meine Stärken und Schwächen? Nur wenn man sich und seine Bedürfnisse kennt und es schafft auf sein Gefühl und den eigenen Körper zu hören, schafft man es auch seine Energie zu schützen. Womit wir schon beim ersten Thema wären:

Warum haben wir Angst davor uns abzugrenzen und Nein zu Dingen zu sagen, die wir eigentlich nicht mögen?

Ich habe euch in meiner Instagram Story die Frage gestellt, wann es euch persönlich schwer fällt Nein zu sagen. Die Antworten waren alle ähnlich: oft ging es darum die Menschen, die man liebt, nicht enttäuschen zu wollen. Aber auch im Beruf ist es für viele ein Thema, wenn man zu Kollegen und Chef nicht Nein sagen kann, obwohl die Aufgaben vielleicht gar nicht in den eigenen Tätigkeitsbereich fallen oder man eigentlich gerade schon genug zu tun hat. Und auch ein heikles Thema, welches von euch angesprochen wurde: darf man Verabredungen mit Freunden absagen? Aber jetzt erst mal eins nach dem anderen…

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„Ich möchte die Menschen, die ich liebe, nicht enttäuschen und sage deswegen oft „ja“ obwohl ich eigentlich „nein“ meine.“

Fast alle von euch antworteten so oder so ähnlich auf meine Instagram Story. Und ich kann es so gut nachvollziehen, denn auch bei mir gab es diese Gedanken lange Zeit. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: wenn ihr wenigstens schon wisst, dass ihr in solchen Momenten eigentlich lieber „nein“ sagen wollt, dann wisst ihr zumindest schon über eure Bedürfnisse Bescheid. Es passiert nicht selten, dass man das ständige „Ja und Amen“ schon komplett verinnerlicht hat und gar nicht weiß, wieso man eigentlich unglücklich ist. Um diesen Konflikt aufzulösen, hilft dir vielleicht dieser Gedanke:

Wie sehr kannst du wirklich für andere da sein, wenn du nicht erst für dich selbst da bist?

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Ich habe vorhin das Thema Selbstliebe erwähnt. Für mich beginnt „Selbstliebe“ genau mit diesem Gedanken!

Wenn ihr anfangt für euch einzustehen und lernt auf eure Bedürfnisse zu hören, werdet ihr automatisch mehr Energie haben. Die ganze Kraft, die ihr sonst aufwenden müsst, um es allen Recht zu machen, ist auf einmal ganz für euch da. Fangt an eure Zeit so zu nutzen, dass eure Akkus aufgeladen werden, anstatt immer nur für andere zu leben.

Es ist gut möglich, dass nicht alle jubeln, wenn ihr für eure Bedürfnisse einsteht – vor allem, wenn aus einem gewohnten „ja“ ein plötzliches „nein“ wird. Aber ihr dürft nie vergessen, dass ein „nein“ zu jemand anderem gleichzeitig immer ein „ja“ zu euch selbst ist!  Eure Familie und auch eure Freunde werden euch nicht hängen lassen. Ich vertrete normalerweise die Meinung, dass ein „Nein“ keinerlei Rechtfertigung bedarf. Aber gerade in so einer Situation, in der es das erste Mal ist, kann es helfen, wenn ihr euren Liebsten erklärt, wieso ihr gerade so handelt: „XX, ich kann das in Zukunft leider nicht mehr machen, da ich festgestellt habe, dass mir das nicht gut tut. Ich habe mir vorgenommen mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten und hoffe du kannst das verstehen.“

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In den letzten Jahren bin ich oft feiern gegangen, obwohl ich überhaupt keine Lust hatte und natürlich war der Abend dann auch dementsprechend für mich: ich habe mich oft unwohl gefühlt in lauten und überfüllten Clubs. Ich wusste nicht was los war, denn früher mochte ich das ja und wenn dann Sprüche in meinem Umfeld kamen á la „du verhältst dich wie eine Oma“, dann hatte ich daran tatsächlich zu knabbern. Ich hatte das Gefühl mich ständig rechtfertigen zu müssen, irgendwie nicht „normal“ zu sein. Ich bin ja schließlich jung! Und so ging ich fast Wochenende für Wochenende los, weil das meine Freunde eben so taten, mit den Gedanken schon immer bei meinem Bett auf das ich mich in solchen Nächten am meisten freute. Wenn heute solche Sprüche kommen, lache ich mit und dann bin ich eben gerne eine Oma. Was ich heute nicht mehr tue: mich rechtfertigen. Ich sage Nein und das wars. 

Ich bin die glücklichste 26-Jährige Oma, verbringe meine Wochenenden liebend gerne zu Hause mit einem guten Buch. Mit Freunden treffe ich mich gerne zum gemeinsamen Essen, Spieleabende und Frühstücksdates. Ich bin so ausgeglichen wie noch nie, seitdem ich mir das endlich zugestanden habe. Und wenn ich doch mal feiern gehen will, dann mache ich das, weil ICH Lust habe. Nicht weil ich MUSS. 

„Ich kann das leider nicht machen, weil XX und XX, außerdem XX.“

Gehörst du auch zu den Menschen, die zwar „Nein“ sagen, aber sofort einen Haufen an Erklärungen und Rechtfertigungen hinterher werfen? Denk daran, dass du in solchen Situationen zwar „Nein“ zu jemand anderem sagst, aber ein fettes „JA“ FÜR DICH aussprichst. Es braucht keine Erklärung, warum du DIR etwas Gutes tust oder Zeit für dich brauchst – zumindest nicht von vornherein. Natürlich kannst du antworten, wenn du gefragt wirst. Ich habe mir nur abgewöhnt mich von Anfang an erklären zu wollen. Letztendlich ist man nur sich selbst Rechenschaft schuldig!

Tut das worauf ihr Lust habt und was euch gut tut!

Passend an dieser Stelle möchte ich gerne noch das Thema „Freunden absagen“ ansprechen. Ich habe leider auch oft Verabredungen abgesagt, weil ich mir von Anfang an zu viel vorgenommen habe und zu viele Pläne geschmiedet habe (also nie „nein“ gesagt habe). Natürlich möchte man seine Freunde sehen und es ist wichtig Freundschaften zu pflegen. Aber es ist kontraproduktiv für alles zuzusagen, sich am Ende überfordert zu fühlen und dann die Hälfte abzusagen. Was ich heute anders mache: ich plane nicht mehr so viel im Voraus. Wenn es spontan klappt meine Freunde zu sehen, dann freue ich mich. Zum Vergleich: ich hatte früher fast sechs Abende in der Woche mit Freunden verplant. Ich war immer ausgelaugt und müde. Das nennt sich übrigens Freizeit-Stress – ja, das gibt es. Heute habe ich vielleicht eine fest geplante Verabredung im MONAT. Wenn sich etwas spontan ergibt, kann ich genau in dieser Situation in mich hineinfühlen und dann sagen, ob ich das gerade will oder nicht. Wenn nicht, dann sage ich eben „Nein“. Ohne Rechtfertigung.

„Ich kann nicht Nein zu meinem Chef und meinen Kollegen sagen, obwohl ich schon genügend Arbeit habe“

Auch hier gilt eigentlich wieder das gleiche Prinzip wie oben: wie produktiv und leistungsfähig kannst du wirklich sein, wenn du überfordert bist? Ich denke ein ehrliches Gespräch ist in solchen Situationen am besten. Wenn man einfach höflich bleibt und seine Arbeitslage schildert, dann wird auch der sturste Chef hoffentlich einsehen, wann es zu viel ist.

Wir tendieren dazu bei einer Bitte sofort „ja“ zu sagen, fast schon reflexartig. Wer sagt eigentlich, dass das so sein muss? Das nächste Mal im Büro, könntest du einfach sagen: „ich schaue mir das mal an und sage dir später ob ich das übernehmen kann“. Somit schaffst du dir etwas Zeit, kannst dich sammeln, alle offenen Projekte ordnen und die Entscheidung deinen Kollegen Arbeit abzunehmen ganz bewusst treffen. Ich wette du fühlst dich danach wohler – egal, ob deine Entscheidung ein „Nein“ oder ein „Ja“ sein wird.

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Und bitte versteht mich nicht falsch: es geht mir nicht darum, dass ihr ab sofort total egoistisch durch die Welt geht und es euch egal ist, was mit euren Freunden, Kollegen und eurer Familie passiert. Es geht mir hierbei nicht um das Extreme. Es geht hier wirklich um Situationen, in denen ihr regelmäßig das Gefühl habt, dass ihr gerade gegen euer eigentliches Wesen handelt oder vielleicht sogar ausgenutzt werdet. Und das passiert sicherlich nicht immer mit einer bösen Absicht oder bewusst von euren Mitmenschen. Situationen, in denen ihr euch unwohl fühlt, in denen ihr eigentlich Zeit für euch braucht und in denen eure Alarmglocken klingeln. Ich möchte euch dazu bringen, genau diese Situationen zu hinterfragen und bewusst zu reflektieren: was macht diese Bitte gerade mit mir und wie geht es MIR damit?

Wenn ihr nur folgende Dinge aus diesem Blogpost für euch mitnehmen könnt, dann bin ich happy:

  • Abgrenzung ist Selbstliebe: Tue das, was DIR gut tut und grenze dich von Situationen und Menschen ab, die das Gegenteil bewirken!
  • Ein „Nein“ braucht keine Rechtfertigung.
  • Ein „Nein“ zu jemand anderem, ist immer ein „Ja“ für dich selbst!
  • Eine Entscheidung muss nicht sofort getroffen werden: gib dir selbst Zeit zum Nachdenken!

Das war wirklich ein Herzensthema für mich und ich bin froh, dass ich den Eintrag endlich geschrieben habe. Was sind eure Erfahrungen mit diesem Thema? Schafft ihr es schon euch abzugrenzen und auch mal „nein“ zu sagen? Was sind eure Tipps?

vanyvisits

Hallo und Willkommen auf meinem Reiseblog! Mein Name ist Vany und ich reise leidenschaftlich gerne. Egal ob Wanderurlaub in der Heimat oder Actionurlaub bei einer Fernreise - ich bin am liebsten immer unterwegs. Wie ich mein Reisefieber in eine 40 Stundenwoche packe, das zeige ich euch auf meinem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

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