Ein Jahr selbstständig: diese 7 Dinge habe ich gelernt

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mein Gewerbe neben meinem Vollzeitjob angemeldet und mich auf den Weg in die Selbstständigkeit gemacht. Seitdem ist viel passiert. Inzwischen habe ich gekündigt und studiere neben meiner selbstständigen Tätigkeit noch Werbung & Marktkommunikation. Es war eine spannende Reise und ich kann manchmal selbst nicht glauben, wie anders mein Leben noch vor einem Jahr aussah. Aber ich genieße es immer noch und freue mich darauf, euch heute meine 7 Learnings aus einem Jahr in der Selbstständigkeit vorzustellen!

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: Bestimme DEINEN Wohlfühlpreis und überzeuge andere Menschen von dir und deiner Arbeit

Gerade in Preisverhandlungen geht es darum selbstbewusst aufzutreten. Du musst dich vorher schon stärken und dir klar machen, was dein Alleinstellungsmerkmal ist. Nur wenn du von dir selbst überzeugt bist, kannst du auch deine Kunden, Coachees, Mentees, etc. von dir überzeugen!

Es wird immer Menschen geben, die deinen Preis vielleicht zu hoch finden – aber dann sind es eben nicht die Menschen, mit denen du zusammenarbeiten solltest. Denn offensichtlich wissen sie dich und deine Arbeit nicht zu schätzen. Ich möchte hier auch keine Grundsatzdiskussion entfachen, denn ich sehe immer wieder, dass zum Beispiel virtuelle Assistentinnen ihre Arbeit für 10-15 € de Stunde anbieten – und wie andere virtuelle Assistentinnen sich darüber aufregen und ihnen vorwerfen den Markt kaputt zu machen. Aber so muss eben jeder selbst seinen Preis bestimmen und sich damit wohlfühlen. Wenn du deinen Wert kennst und von deiner Arbeit überzeugt bist, dann kann dir so ein Price Dumping nichts anhaben.

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: Ideen dürfen sich entwickeln

Erst vor kurzem war ich bei einem Vortrag in meiner Hochschule, in dem es um Start-Ups ging. Dort sagte ein Gründer: „Ihr habt eine Idee? Super! Aber ich kann euch sagen: verabschiedet euch von dieser Idee, denn nur selten bleibt es dabei.“
Es ging genau darum, was auch ich im letzten Jahr erlebt habe: sobald man anfängt und ins Handeln kommt, verändern sich Ideen und man selbst entwickelt sich nun mal auch weiter.

Als ich vor einem Jahr angefangen habe, bin ich als virtuelle Assistentin gestartet. Irgendwann habe ich mich auf Social Media spezialisiert und heute biete ich mein „BE the FLOW“ – Mentoring Programm an, bei dem ich anderen Menschen dabei helfe ihre Herzensprojekte umzusetzen. Aber auf diese Idee wäre ich nie gekommen, wenn ich nicht meinen Weg so gegangen wäre, wie ich ihn nun mal gegangen bin. Es ist alles ein Prozess und wir müssen diese Entwicklung auch zulassen, um wachsen zu können.

Durch Trial und Error lernen wir uns und unsere Ideen erst richtig kennen. Und nein, es ist keine Schande, die Richtung zu ändern. Ich finde es so wichtig, andere dazu zu ermutigen, einfach mal zu machen, auszuprobieren, in sich reinzuspüren, was sich richtig anfühlt und dann das WIE zu ändern, um sein WAS zu erreichen.

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: „Brotjobs“ sind keine Schande

Wie bei allem im Leben gibt es auch mal nicht so gute Zeiten in der Selbstständigkeit. Nach einem vielversprechenden Start letztes Jahr, hatte ich 9 Monate später einen Engpass. Es bringt überhaupt nichts den Kopf in den Sand zu stecken und sich selbst einzureden, dass man gescheitert wäre und dass alles keinen Sinn mehr macht. Kein Mensch ist von heute auf morgen total erfolgreich und es gehört nun mal auch dazu kleine und große Krisenzeiten zu überstehen. Und es ist überhaupt keine Schande auch mal einen „Brotjob“ anzunehmen. Wie der Name schon vermuten lässt, zahlen wir mit Brotjobs unsere laufenden Kosten wie Miete oder Versicherungen. Bis sich ein Business etabliert hat, kann es dauern, aber manchmal reicht es auch einen Brotjob in Teilzeit auszuführen, so dass man für seinen eigenen Traum noch genug Zeit und Energie hat. Seit August habe ich nun auch einen sogenannten Brotjob und finde es überhaupt nicht schlimm. Ich hätte mir nicht verziehen, wenn ich aufgegeben hätte!

Schau dir dazu auch gerne meinen Blogpost an: Warum wir öfters scheitern sollten: ein Plädoyer fürs Fehler machen

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: Netzwerken ist das A und O

Beim Netzwerken entstehen die besten Geschäftsbeziehungen. Man kann persönlich einen ersten Eindruck vermitteln und lernt so viele Menschen mit ähnlichen Interessen kennen. Seminare, Veranstaltungen oder Workshops beflügeln mich nicht immer nur, weil der Inhalt stimmt, sondern weil ich die Atmosphäre einfach genial finde. Mir fällt es zwar immer noch schwer alleine auf Veranstaltungen zu gehen, aber ich fordere mich trotzdem von Zeit zu Zeit heraus und verlasse meine Komfortzone.

Die gute Nachricht ist: Netzwerken hat viele Gesichter. Es muss nicht immer ein großes Event sein, sondern geht auch im kleinen Rahmen: du kannst beispielsweise eine Mastermind Gruppe gründen, bei der der regelmäßige Austausch gewährleistet ist oder du verabredest dich zu sogenannten Co-Working Dates. Ein Co-Working Date ist nichts anderes als ein Treffen mit einer anderen Unternehmer/in zum Beispiel in einem Café. Man kann sich über laufende Projekte austauschen und dadurch gemeinsam und doch für sich alleine arbeiten. Co-Working Dates sind mir die liebste Form des Austauschs. Ich versuche mich regelmäßig mit Unternehmerinnen aus Stuttgart zu treffen und habe mir dadurch ein eigenes kleines Netzwerk aufgebaut.

So treffe ich mich ganz gerne mit Nina – sie ist virtuelle Assistentin und wir verstehen uns so gut. Ich freue mich immer sehr auf einen Austausch mit ihr!

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: Tu nur das was du liebst, mit Menschen, die dich und deine Arbeit wertschätzen

Du hast dich selbstständig gemacht, um dir deine Träume zu erfüllen. Sei es ortsunabhängiges Arbeiten, flexible Arbeitszeiten oder um Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. Also fang nicht an faule Kompromisse einzugehen. Es wird immer wieder vorkommen, dass dir Aufträge angeboten werden, die vielleicht nicht ganz zu dir passen oder du wirst Kunden begegnen, die ein komisches Gefühl bei dir auslösen. Hör auf dein Bauchgefühl und arbeite nur mit den Menschen zusammen, bei denen du dich gut fühlst, die dir auf Augenhöhe begegnen und die dir Aufgaben anbieten, die zu dir passen. Es bringt doch nichts, dich von deinem unliebsamen Angestelltenverhältnis zu trennen, nur um dich in der Selbstständigkeit in derselben Situation wieder zu finden. Gerade dann kann ein Brotjob ebenfalls gut sein: du weißt, dass deine Fixkosten gedeckt werden und kannst nur die Aufträge annehmen, die dir Spaß machen, bis du voll und ganz davon leben kannst.

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: Du bist Angestellter und Chef zugleich

Konkret bedeutet das: setz dir Deadlines und kontrolliere dich selbst so, wie es ein Chef tun würde. Vor ein paar Tagen habe ich das Buch „Gesetze der Gewinner“ von Bodo Schäfer zu Ende gelesen. Ein tolles Buch mit ganz viel Mehrwert für mich.

An manchen Tagen fällt es mir nämlich schwer mich fürs Home Office aufzuraffen und produktiv zu sein. Selbstständig sein ist manchmal Fluch und Segen zugleich…Bodo Schäfer hat da aber einen ziemlich guten Tipp, der mir geholfen hat, mich schnell wieder intrinsisch für meine Tätigkeit zu motivieren.

Im Grunde genommen geht es darum als Selbstständiger oder Unternehmer gleich zwei Positionen inne zu haben: Angestellter und Vorgesetzter. Es ist wichtig sich immer wieder selbst zu kontrollieren und die eigenen Deadlines auch wirklich einzuhalten. Eine Schlüsselaussage für mich war: „Wenn Du es nicht schaffst Dich selbst zu disziplinieren, dann tut es ein anderer für Dich.“ Du verstehst schon: ein „richtiger“ Chef.
Ich genieße die Freiheiten, die meine Selbstständigkeit mit sich bringt wirklich sehr und da ich sie nicht aufgeben möchte und irgendwann wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückwill, muss ich natürlich dafür arbeiten, dass das so bleibt. Mir hilft der Gedanke dabei mich zu motivieren.

Noch mehr Gesetze der Gewinner findest du in seinem Buch*:

Learnings aus meiner Selbstständigkeit: die wichtigste Zutat ist „Durchhaltevermögen“

Ich habe es ja vorhin schon erwähnt: es ist nicht immer einfach und es gibt Krisenzeiten. Vor allem aber gibt es immer wieder Momente, in denen man seine Komfortzone verlassen muss. Und sei es nur, dass man sich aufrafft etwas für sein Business zu tun, anstatt sich auf die Couch zu legen. Aber lass dir gesagt sein:

Harte Arbeit zahlt sich IMMER aus. Verlier einfach dein Ziel nicht aus den Augen und es wird schon alles so kommen, wie es kommen soll.

Ich bin so dankbar, dass ich all das lernen und für mich mitnehmen durfte. Es waren alles Erfahrungen, die mich heute dahin gebracht haben, wo ich sein möchte. Und vor allem ist all das der Grundstein für meinen weiteren Weg als Unternehmerin.

 

Kennst du eigentlich schon meine Montagsfrage?
Jeden Montag schicke ich dir eine Frage, die dich für die Woche inspirieren und motivieren soll, aber genauso auch zum Nachdenken anregen soll. Es ist dein persönlicher Push das Beste aus der Woche herauszuholen und soll Dich dabei unterstützen herauszufinden, was Du wirklich vom Leben willst. 

Klicke hier um die Montagsfrage zu abonnieren!

* es handelt sich dabei um einen Affiliate Link: wenn du auf den Link klickst und das Buch über Amazon bestellst, bekomme ich eine kleine Provision und du unterstützt meine Arbeit damit. Der Preis des Buches bleibt für dich selbstverständlich derselbe. Danke für deinen Support!

3 Antworten auf “Ein Jahr selbstständig: diese 7 Dinge habe ich gelernt”

    1. Hallo Du. Ja würde ich auf jeden Fall. Ich kann mir nicht mehr vorstellen in ein Unternehmen zurückzugehen und hoffe, dass ich das auch nicht muss. Zumindest empfinde ich das momentan so. Ich brauche die Freiheit meinen Tag frei zu gestalten und aus einem Montag auch mal einen Sonntag zu machen und dafür auch mal sonntags zu arbeiten. Ich kann mich nicht an feste Zeiten halten um gut und produktiv zu arbeiten, sondern möchte das selbst und vor allem ortsunabhängig entscheiden 🙂 Also ich genieße meinen Weg dorthin 🙂

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s